Statement des ThinkTank Migrationspolitik zu unserer Teilnahme an der Folge 14 des Podcasts “Kaffee extra schwarz” des Bayerischen Rundfunks
Am 29. Januar 2025 haben wir uns in einer E-Mail an den Bayerischen Rundfunk (BR) und die Redaktion des Podcasts „Kaffee extra schwarz”, gehostet von Oliver Mayer-Rüth und Ahmad Mansour, gewandt.
Inhalt dieser E-Mail waren zwei Punkte: Hauptkritik war die wiederholte Parteinahme der Podcast-Hosts für die CDU durch Anspielungen, die gegen die Unparteilichkeit des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (ÖRR) verstößt, festgeschrieben im Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien. Weiterer Kritikpunkt sind die teils undifferenzierten, den „Kulturkampf” befeuernden, und rassistischen Äußerungen, die dem Auftrag des ÖRR entgegenlaufen und nicht den journalistischen Standards entsprechen.
Auf diese Beschwerde-E-Mail hin und vor allem mit Bezügen zu dem wesentlich kürzer gefassten zweiten Kritikpunkt bekamen wir eine Einladung in den Podcast, um dort unseren Standpunkt vertreten zu können. Trotz des Wissens um die polemische und faktenferne Debattenkultur innerhalb des Podcasts, die die Erläuterung komplexer Zusammenhänge verunmöglicht, waren wir uns einig, dass wir dieses Gesprächsangebot wahrnehmen möchten.
Wir müssen im Gespräch bleiben. Wir müssen Gesprächskanäle öffnen. Wir müssen auch jene ansprechen, die wir sonst nicht erreichen.
Entsprechend bereiteten wir uns im Team vor, haben ein Dossier erarbeitet mit den wichtigsten Zahlen und Fakten zu den Themen Integration, Asyl und Flucht, Abschiebungen, Demografie, Kriminalität, Erwerbsmigration, Rassismus und Islam. Dieses Dossier stellen wir euch hier gerne zur Verfügung.
Schließlich kam mit dem 19. März 2025 der Tag der Aufnahme und wir reisten als Team in das ARD-Hauptstadtstudio nach Berlin. Ein Thema gab es kaum. Nur eine Person sollte Mayer-Rüth und Mansour bei der Aufnahme gegenübersitzen. Eine weitere Person war im Regieraum erlaubt. Auf Titel und Shownotes der Folge hatten wir keinen Einfluss.
Mit dem Aufnahmebeginn zeigte sich sehr deutlich, was in der aktuellen Migrationsdebatte falsch läuft: Argumente werden auf rassistischen Prämissen aufgebaut, Anekdoten werden pauschalisiert und schlagen wissenschaftliche Erkenntnis, die wiederum als „politisch genehm” und „woke” diskreditiert wird. Die Moderation war von vornherein auf eine Emotionalisierung ausgelegt, die keinen Platz für eine differenzierte Auseinandersetzung, den Austausch evidenzbasierter Argumente oder wirkliche Lösungsansätze bot. Es blieb nur ein pures Dagegenhalten.
Wir als ThinkTank Migrationspolitik wollen Migration gestalten, produktive und konstruktive Diskussionen führen und uns für eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit dem Thema einsetzen.
Der inhaltliche Mehrwert der Folge ist aus unserer Sicht begrenzt. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass die Teilnahme an diesem Podcast die richtige Entscheidung war.
Für konstruktives Feedback sind wir dankbar, insbesondere da wir bisher keinerlei Erfahrungen mit entsprechenden Auftritten gesammelt haben und uns mit diesem Podcast direkt in ein konfrontatives Umfeld gewagt haben.